Rotes Meer und krasse Geschichten

rafi, ich und chisono sind heute nach Elat getrampt. per anhalter in DIESEM land! das hett ich im leben nicht geglaubt. ging super gut - innerhalb von dreissig minuten warn wir weg.

ein wehrdienstleistender nimmt uns mit, wir fragen ihn aus. er hat zurzeit dienst in der westbank. sagt, er habe die letzte woche insgesamt nur 10 h geschlafen, er habe stendig aufspringen muessen, weil wieder irgendwo randale war.
sagt, sobald er nem pali den ruecken zudreht muss er damit rechnen, von hinten abgestochen zu werden; obwohl die israelischen soldaten schwer bewaffnet sind, stuerzten sich immer wieder welche nur mit messern bewaffnet auf sie. er sagt, sie schiessen nur, wenn ein pali mit richtigen (feuer)waffen rumrennt, obwohl sie auch die erlaubnis hetten, messerstecher abzuknallen. er beschwert sich, dass sie auf der einen seite stendig attackiert wuerden, aber dann bitten palis immer wieder um hilfe, bitten sie zu schlichten, frauen vor ihren pruegelnden mennern zu schuetzen etc.

rechts von uns auf einem huegel glenzt ein raketenwerfer in der sonne. nach suedosten ausgerichtet.

unser fahrer erklert uns, das seien raketen, um die geschosse abzuwehren, die irgendwelche mujaheddin von jordanien aus auf das rote meer abfeuern wollten.

als wir in elat ankommen, steht die sonne schon sehr tief an der noerdlichsten spitze des roten meers. links sehe ich in der ferne vor den jordanischen bergen eine jordanische fahne im wind flattern. sie sieht aus als sei sie gerade mal zehn meter entfernt, dabei sinds schon noch gute 5 km bis zur grenze. auf israelischem gebiet steht sie mit sicherheit nicht: sie muss gigantisch sein .... rechts die huegel des aegyptischen sinai. und mitten drin reingequetscht das strandleben von elat.

wir treffen freunde von rafi, die in seinem ersten kibbutz im golan kennengelernt hat. camillo, einer von ihnen, erzehlt von seinem kurztrip nach hebron in der west bank. dort hat er zwei frauen besucht, die als vertreterinnen einer schwedischen NGO in einer israelischen enklave von hebron arbeiten. als er aus dem bus ausstieg, der ihn von jerusalem nach hebron brachte, waren sofort zwei typen auf ihn zugegkommen. das erste was sie fragten war: bist du jude? als er verneinte, wollten sie wissen, wieso er nach hebron gekommen sei. er wollte von ihnen wissen: warum nicht?

so begann dann ein kleines, nicht unangenehmes gespraech. da dachte er sich: fragst die beiden jungs mal nach dem weg.
als er das getan hatte,merkte er, dass er nun besser verschwinden sollte ...

19.11.05 22:48

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