Unterwegs im Sinai

Ich hock mich also auf den bordstein, mit blick auf den ausgang der grenzstation. hoffe nun einfach, dass irgendwann andere reisende kommen, mit denen ich in fahrgemeinschaft weiter nach s?den gelange. derweilen kommen immer wieder taxifahrer auf mich zu, um mich davon zu ?berzeugen, dass niemand mehr kommt und ihr preis gut f?r mich sei.

ich bin schon nahe dran, mich darauf einzulassen, als eine gruppe touris aus dem empfang kommt. es sind 5 israelis, einer davon beginnt heftig mit den taxifahrern zu verhandeln. leute rufen, erregte gesten, h?nde fliegen in die luft, immer mehr leute laufen an diesem punkt zusammen. ich bin ein biszchen verbl?fft - ich hatte zuvor ganz ruhig mit den fahrern gesprochen. doch der verhandlungsf?hrer dieser gruppe, dani, geb?rdet sich fast, als ginge es um leben und tod. die israelis wollen in ein camp kurz vor nuweiba, also schliesze ich mich ihnen an. aus dem augenwinkel sehe ich nun, wie sich uns ein schlanker, in traditionelles olivfarbenes kleid gewandeter mann anfang dreissig n?hert. als er die gruppe erreicht, wird es pl?tzlich still. dani geht mit weit ausgebreiteten armen auf ihn zu, die beiden umarmen sich, kurzer wortwexel, der deal steht: 40 EL pro person, ich zahle 50, weil ich noch etwas weiter fahre.

wir laden unser gep?ck ein, inzwischen scheint zwischen den anderen fahrern ein streit ausgebrochen zu sein: die gesten werden heftiger, die rufe lauter und die minen verlieren die vorherige gelassenheit.

nach ein bisschen hin und her gehts dann endlich los. unterwegs werden wir nochmal angehalten, jeder passagier muss 35 EL an den posten zahlen, offenbar deshalb, weil es auf einem grossen schild am strassenrand steht.

die fahrt dauert ne dreiviertel stunde bis zum camp der Israelis. dort angekommen l?dt mich salama, so heisst unser fahrer, zu einem kaffee im camp ein. er ist nicht nur taxifahrer, sondern er betreibt auch dieses feriencamp, zusammen mit zwei cousins.

ein junge serviert uns den kaffee, alle bedanken sich auf ivrit - auch ich sage toda raba, weil ich das arabische wort f?r danke noch nicht kenne. dani lacht: that's the middle east: a german says thank you in hebrew to an arab.

der kaffee ist lecker, die unterhaltung nicht so spannend f?r mich, denn salama und dani unterhalten sich auf ivrit, die anderen schweigen auch nach mehreren versuchen meinserseits, eine unterhaltung auf der basis von englisch zu starten.

eine weitere halbe stunde sp?ter gehts dann weiter nach muweiba. ein kleines verwirrspiel mit No.0 per sms dar?ber, wo der eingang zu ihrem camp ist. dann endlich bin ich am strand. hier ist es viel w?rmer als in yotvata. wir bauen uns aus decken und matratzen ein lager im sand, ?ffnen zwei biers und schauen ?bers meer hin?ber nach saudiarabien.
der urlaub beginnt.

6.12.05 12:56

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


maddien (6.12.05 14:09)
endlich hört man wieder von dir. hat die reise 5 tage gedauert oder war zwischendrin nix los? wünsch dir viel spass im urlaub


exi / Website (6.12.05 15:25)
war vier tage im sinai, jetzt wieder zurück. da ich zwischen drin arbeite, umziehe oder sonstigen vergnügungen nachgehe, bin isch ned immer ganz zeitnah am start

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