Petra II

am morgen zeitig mit dem shuttle des hotels nach petra gefahren, ausser uns noch kaum touris im gelaende. so allein dort im Siq stellt sich nun auch so was aehnliches wie ein entdeckergefuehl ein - expedition im orient. dieses mal steigen wir noch vor dem amphietheater hinauf zur opferstaette. auf annaehernd 1000 HM beste aussicht ueber das gesamte gelaende, wir machen eine erste rast und bestimmen von hier oben unsere nexten ziele.
schon auf dem abstieg zeigen sich die ersten beduinenhaendlerinnen, tee und schmuck verkaufend. ein stand ist ziemlich interessant, die frau verkauft augenscheinlich echt antike muenzen, allerdings verlangt sie fantastische preise. rafi interessiert sich mehr fuer ihren holzschmuck, probiert ein kleines halskettchen. als er den preis erfaehrt, will er es schnell wieder ausziehen. doch die alte sagt: du hast so schoene augen - behalt es, ich schenk es dir.
einer hat mir mal erzaehlt, dass moslemische haendler einer regel folgen, die besagt, dass das tagesgeschaeft besser und erfolgreicher lauft, wenn man dem ersten kunden ein besonders guenstiges angebot macht. vielleicht waren es also nicht allein rafis dunkle augen?

wir sind schon fast unten angelangt, da hockt hinter einer engen kehre ne uralte beduinin am wegesrand und bietet uns tee an. ich will zwar keinen tee, sage trotzdem: gerne. denn sie hat ein einzigartiges gesicht: schwarze taetowierungen, 2 mio runzeln und alles.
wahrend sie aus einer schmutzigen schuessel schmierige tassen aus noch siffigerem wasser fischt um sie mit tee zu fuellen, mache ich fotos von ihr (nicht, ohne sie vorher um erlaubnis gebeten zu haben, versteht sich). den tee schuetten iwir diskret weg, ich drueck ihr anschliessend 20 piaster in die hand. es dauert ne weile bis sie die muenzen erkennt - die alte ist halb blind - aber dann beschwert sie sich, verlangt 2 Dinar. ich bedanke mich nochmals und wir machen uns schnell aus dem staub. unterwegs lauern uns noch zwei suesse, voellig verstrubbelte kleine maedchen auf, die uns wieder mal steine andrehen wollen. sie kriegen piaster und ich huebsche fotos.
jetzt endlich breitet sich das tal vor uns aus, wir entscheiden uns, nicht dem ausgetretenen pfad direkt in die 'innenstadt' von Petra zu folgen, wo schon jede menge touristen unterwegs sind. stattdessen waehlen wir ein verlassenes seitental, wo zwar keine der beruehmten sandsteinfassaden mehr zu sehen sind, dafuer aber herrscht endlich wieder stille und zeitlose natur: so hat es hier sicher schon vor 50, hundert oder auch 3000 jahren ausgesehen.

wir hoffen, dass wir von dort ueber ein weiteres seitental auch wieder nach Petra zurueckkommen.

7.1.06 21:59

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


SuBu (12.1.06 15:29)
Machst du wieder bilder? Deine beschreibungen sind klasse - ich kann mir deine ausfluege und auch die gespraeche u. palaver bildhaft vorstellen. meinungen von Betroffenen und nicht aus den Medien zu hoeren - welch ein unterschied! macht mir irgendwie betroffen, weil mir wieder bewusst wird, wie manipulierbar wir durch die Medien sind. der kontakt zur basis (wo auch immer) ist die beste garantie, sich selbst eine meinung bilden zu koennen. Gehst du nochmal zurueck in kibbuz oder bist du da fertig?


exi / Website (12.1.06 16:15)
klar - bilder mach ich jede menge, is nur zzt. schwierig, sie auch online zu bekommen, denn seit ich aus dem kibbuz weg bin, muss ich wieder fremde rechna benutzen und die sind oft nicht kompatibel mit meiner kamera.
nach yotvata geh ich sicher nicht mehr so schnell, zum schlus hat mich das doch ziemlich genervt dort (siehe auch noch kommende eintraege )
aber moglicherweise werd ich in galilea noch mal anheuern?

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