Auf Abwegen

Der regen treibt uns bald wieder hinunter ins tal, der letzte abschnitt der tour liegt nun vor uns: Petra Innenstadt mit der alten, sauelengerahmten roemerstrasse, auf der kleine beduinenjungs mit ihren eseln entlanggaloppieren und ihre kleinen schwestern steine verkaufen. wir beschliessen nun, nicht ueber den Siq nach Wadi Moussa zurueck zu kehren, sondern den Weg durch die antiken Wassertunnel zu finden, der auf unserer recht ungenauen tourikarte eingezeichnet ist. noch eine stunde bis sonnenuntergang - das sollte reichen ...

die touristenstroeme bewegen sich nun richtung ausgang, wir folgen dem alten wassergraben, stadtauswaerts. bald sehen wir weit und breit niemanden mehr. rechts von uns taucht nun auf einem schmalen pfad im berghang eine ganze beduinenfamilie auf - mit vollbepackten eseln und vielen kindern jeder groesse. sie rufen zu uns hinunter und winken. Wir denken, dass sie uns wieder nur irgendwas verkaufen wollen und ignorieren sie. da kommt das aelteste kind zu uns herunter gelaufen, sie labert uns auf arabisch voll. als sie merkt, dass das nix hilft wexelt sie zu englisch: wrong way! wrong way! sie deutet auf die andere seite des wadi: beduin village! wir halten die richtung, die beduinenkaravane kreuzt unseren wadi und krabbelt den hang auf der anderen seite hoch, das maedchen rennt zu ihrem clan zurueck.

wir halten weiter ausschau nach dem pfad, der eigentlich schon laengst rechts von uns in den felsen haette auftauchen sollen. kommt ned. stattdessen erreichen wir nun ein breites tal, ringsum hoehlen, in denen ziegen, schafe und beduinen leben.
kurz hinter dieser siedlung finden wir nun endlich eine sehr enge felsschlucht und steigen ein. das ding wird aber sehr schnell so eng, dass kaum noch ein fuss neben den anderen passt. irgendwann ist schluss: eine barrikade aus schrott und muell versperrt den weg. wieder zurueck in der hoehlensiedlung nehmen wir nun das nexte seitental in angriff. aber schon bald wird klar, dass wir auch hier nicht nach Wadi Moussa kommen: es liegt nirgends mehr muell rum, was nur bedeuten kann, dass weder die leute hier noch gar touris dieses tal nutzen. bei sonnenuntergang stecken wir also offenbar in einem hochtal mitten in den bergen. um orientierung zu gewinnen beschliessen wir, auf die nexte anhoehe zu klettern. aber wir muessen schnell machen, denn das licht schwindet nun rasch. am anfang ist das gelaende zwar sehr steil aber gut, fester untergrund, gleichmaessige steigung. bald aber geraten wir auf ein geroellfeld, das wir nicht umgehen koennen. hier wird es sehr rutschig, unter uns nun tiefe felsstuerze. wir geraten einige male gefaehrlich ins rutschen. hier macht sich ein widerlicher geruch breit, aehnlich dem im tal des toten fuxes. und da liegen direkt vor uns die reste eines esels - die reiterdecke hat er noch auf seinem halb verwesten ruecken - offensichtlich abgestuerzt, der gute... und er war offenbar nicht der einzige, wir stolpern noch oefter ueber kadaver auf dieser strecke.
als wir endlich oben ankommen ist es stockdunkel geworden. direkt vor uns sehen wir die lichter einer siedlung: esel schreien, kinder quaengeln, maenner schimpfen. beduin village. noch ein stueck weiter oben die lichter der strrasse. von dort kommt uns sein mann entgegen, der gerade aus einem taxi gestiegen ist. er fragt uns woher wir kommen und ob wir ihn nicht zu der nahe gelegenen hoehle seines freundes begleiten wollen: tee trinken, essen.
in dunklen hoehlen mitten im nirgendwo fremde maenner treffen finden wir keine gute idee und so lehnen wir dankend ab, halten den daumen raus und das erste auto nimmt uns mit, zurueck nach Wadi Moussa.

7.1.06 23:58

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