Freiluftkonzert

Ausserhalb der altstadt steige ich auf einen turm. von hier aus habe ich den ueberblick ueber das kidrontal, sehe nun von oben, durch welche gassen ich mich voerher durchgewurstelt hatte.

ploetzlich setzen aus hundert ecken der unterstadt die rufe der muezzin ein. der saenger der al aqsa moschee direkt hinter mir intoniert am lautesten. offenbar hat er aber schwierigkeiten mit der technik: sein gesang verwandelt sich zunaechst in ein blechernes quaeken, kommt dann nur noch abgehackt aus den lautsprechern und endet schliesslich in einem langen, hohen knirschen. die anderen muezzin uebernehmen sofort, es hoert sich an, als wuerden sie gegeneinander ansingen. dann verstummen alle bis auf einen. nach ner weile stimmen die anderen einer nach dem anderen wieder ein und ich frage mich, ob sie da sowas wie nen kanon singen. das finale scheint aus einem wettbewerb zu bestehen: alle singen gleichzeitig: allah-hu akbar, sie uebertreffen sich gegenseitig in der kunst, die ersten beiden silben so lang und verschnoerkelt wie moeglich in die stadt zu singen.

16.1.06 20:18

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


SuBu (17.1.06 09:50)
Also Hebron haette ich auch ausfallen lassen, so wie es dort eskaliert. Danke für die Links, das ist echt klasse! du bist so ein fleissiger Schreiber, macht spass deine Reise zu begleiten...


maddien (17.1.06 10:36)
was deinen fleiß und meinen spass damit angeht, kann ich nicht anders als subu zustimmen. immer weiter so. und thx.

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