Greg entdeckt den Nahen Osten

War jetzt ne weile mit Greg unterwegs, z.B. in Nablus.
Er war vier Wochen in Egypten, Jordanien, Syrien und Libanon unterwex, bevor er am ende seiner uniferien f?r ein paar tage nach Israel kam.
ich war sehr verwundert ?ber seine route, denn schliesslich gelten alle diese l?nder f?r US-Amerikaner als 'verbotenes terretorium'. er grinst ein wenig und erz?hlt, dass ihm fast alle seine freunde von dieser reise abgeraten h?tten. die wagemutigsten unter ihnen hatten ihn gebeten, doch wenigstens bodyguards anzuheuern und sich nur in nem gepanzerten fahrzeug zu bewegen.

sein interesse ist fokussiert auf die lage der palestinenser, er studiert in LA zusammen mit nem pali mathe, hat viele bekannte aus dem nahen osten und hatte im letzten semester einen arabischkurs belegt.
In Jordanien hat er sogar ein fl?chtlingslager besucht und dort mit den leuten geredet. die zust?nde seien schrecklich, dort hausten die menschen auf engstem raum in abgewrackten kleinen h?uschen. seine beschreibung erinnert mich an das Jerusalemer Kidrontal. ein alter mann, bei dessen familie er eingeladen war, habe tief in ner kiste gew?hlt, einen alten schl?ssel daraus hervorgezogen und ihn wehm?tig betrachtet: das sei der schl?ssel zu seinem haus in Be'er Sheva, das er 1948 verlassen habe. er hofft, dass er irgendwann dorthin zur?ck kehren kann. was er nicht weiss: in Be'er Sheva gibt es kaum noch alte H?user.

Entsprechend fokussiert war Gregs blick bei unseren gemeinsamen streifz?gen durch Jerusalem und Palestina. was sich sehr gut erg?nzte, wie ich finde, denn mir ist die lage der israelis vertrauter und so kann ich ihm zu manchem eine erkl?rung liefern. die j?ngere israelische geschichte kennt er kaum, also empfehle ich ihm Tom Segevs k?rzlich erschienenes Buch 'Es war einmal ein Palestina'. Er wiederrum macht mich auf dinge aufmerksam, die mir sonst vielleicht nicht aufgefallen w?ren.
so erz?hlte er zb auf unserem t?glichen weg vom Caf? Naman [חאףה נאחך] ins hostel, dass ihn an der vor uns liegenden kreuzung genau dieselben israelischen soldatinnen am morgen kontrolliert haetten, die jetzt auch noch da stehen und fast alle anderen passanten unbehelligt gelassen hatten. ich frage eins der m?dels, das ?brigens sehr orientalisch aussieht, warum sie hier kontrollieren, sie sagt: na, weil hier in der gegend viele araber sind. Greg fragt: ja, und ..? er bekommt keine antwort. ich denke: klar sind hier viele araba, schliesslich sind wir hier in israel. Greg schimpft: rassistische kontrollen sind das!

Am Nablus-Kontrollpunkt waren wir uns in der einsch?tzung der lage allerdings einig: Die israelischen streitkr?fte tragen nicht zu einer verbesserung der lage bei, indem sie blutjunge, teilwiese machtgeile jungs an den kontrollpunkten einsetzen, die jede gelegenheit wahrnehmen, den palis zu zeigen wer hier an der l?ngeren knarre sitzt.


24.1.06 19:40

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