Reaktionen in der Arabischen Welt sind weit überzogen

Ausz?ge eines Artikels von Mona Eltahawy, der am 24. Januar im Daily Star Beirut erschien:

"K?nnen wir endlich zugeben, da? Muslime ihre Entr?stung ?ber zw?lf Karikaturen des Propheten Mohammed in einer d?nischen Zeitung vergangenen September weit ?ber alle Verh?ltnism??igkeit hinaus aufgeblasen haben? (....) Die urspr?ngliche Ver?ffentlichung f?hrte zu Todesdrohungen gegen die Zeichner, Demonstrationen in Kaschmir und Verurteilungen aus elf L?ndern. Was hat das alles erreicht, au?er den urspr?nglichen Standpunkt des Kulturchefs der Zeitung zu best?tigen, da? K?nstler in Europa Selbstzensur ?ben, weil sie Angst haben vor muslimischen Reaktionen? (...)


Der d?nische Ministerpr?sident Rasmussen hatte Recht, nicht zu intervenieren, betonend da? die Regierung keine Kontrolle ?ber die Medien hat - nebenbei gesagt - das ist das Argument, das arabische F?hrer benutzen, wenn man sie zu antisemitischen Inhalten in den Medien ihrer L?nder befragt. (...)


Was ein lokales Thema h?tte bleiben m?ssen, wurde zu einem Aufschrei, den Muslime ansonsten selten hervorrufen wenn sie weltweit f?r ihre Rechte k?mpfen. Vielleicht dachten die muslimischen Regierungen, die diese Kampagne f?hren - mit ?gypten an der Spitze-, da? dies eine leichte Art sei, ihre islamische Glaubw?rdigkeit aufzupolieren, in einer Zeit wo Islamisten innenpolitisch so stark sind wie seit vielen Jahren nicht.


M?ssen wir d?nische Produkte boykottieren? (...) Hier sind ein paar Fakten, die wir nicht aus den Augen verlieren sollten. Wie beleidigend auch immer einige der Karikaturen waren, sie riefen nicht zu Gewalt gegen Muslime auf. Um ein Beispiel f?r einen Aufruf zur Gewalt zu finden, mu? man nur ein paar Wochen zur?ckgehen, bevor die Karikaturen ver?ffentlich wurden. Im August zogen die d?nischen Beh?rden f?r drei Monate die Sendelizenz eines Kopenhagener Radiosenders ein, der zur Ausrottung der Muslime aufgerufen hatte. Das waren echte Drohungen, und die Regierung besch?tzte Muslime - dieselbe Regierung die sp?ter beschuldigt wurde, die Zeitung nicht zu bestrafen, die die Karikaturen ver?ffentlichte.


Zweitens, der Vorfall geh?rt in den Mittelpunkt der Art von Debatte, die Muslime in europ?ischen L?ndern f?hren m?ssen, in denen sie leben. W?hrend rechtsextreme Anti-Einwanderungsgruppen Islamophobie in D?nemark hochpeitschen, leugnen die muslimischen Gemeinschaften die wachsende Rolle ihrer eigenen Extremisten. (....) Unsere verletzten Empfindlichkeiten d?rfen nicht auf die d?nische Zeitung (...) begrenzt bleiben, sondern m?ssen auch all jene einschlie?en, deren Handlungen als genauso gegen den Islam gerichtet betrachtet werden m?ssen. Wenn nicht, dann sind wir alle f?r diese Karikaturen verantwortlich."

Quelle: Die Welt

3.2.06 11:47

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


maddien (3.2.06 14:36)
es ist der hammer, wie wenig es die leute interessiert, was für ein wahnsinn da abläuft. ich mein, diese karikaturen sind in erster linie grottenschlecht und sehr unlustig und langweilig. natürlich wird jemand, der mohammed verehrt, sie dennoch schlecht finden - so what. die meisten christen können auch über papst-karikaturen kaum lachen. ich hingegen finde, dass jede form von religion karikiert werden sollte, bis keine bleistifte mehr auf der welt sind. opium fürs volk und so.

und dieser trottel von chefredakteur von der dänischen zeitung ENTSCHULDIGT sich. typisch für die rechtskonservativen scheißer. und für alle gutmenschen dieser welt.

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